ORTE DER FAMILIENBILDUNG

 

Familienbildungsstätten

In den meisten Bundesländern findet Familienbildung in anerkannten Familienbildungsstätten, in Familien- und Nachbarschaftszentren unterschiedlicher konfessioneller und nicht konfessioneller Träger (Einrichtungen der Familienbildung) statt.
Weitere Träger sind Mütterzentren, die stärker auf Selbsthilfe orientiert sind.
Darüber hinaus finden Angebote der Familienbildung in verschiedenen anderen Kontexten, z.B. Familienzentren, Mehrgenerationenhäusern und Nachbarschaftsheimen, statt. Hebammen bieten – neben der Betreuung rund um die Geburt – auch Gruppen für Eltern und Babys an. Auch Volkshochschulen haben Elternbildung in ihrem Programm. Sportvereine bieten Eltern-Kind-Sport mit den unterschiedlichsten Aktivitäten und für verschiedene Altersgruppen an. Krankenkassen bezuschussen Kurse der Gesundheitsförderung (Entspannung, Ernährung) für Familien.

Tabelle: Orte der Familienbildung

Institutionelle Orte
Institutionelle Familienbildung
Selbsthilfe
Informelle Familienbildung
Kooperationen
Funktionale Familienbildung
Familienbildungsstätten
Familienzentren
Bildungswerke
Volkshochschulen
Mütterzentren
Selbsthilfegruppen
Kirchengemeinden

Hebammen
Freiberufliche Anbieter/innen
Kliniken
Beratungsstellen
Kitas
Schulen/Schulsozialarbeit
Träger der Jugendhilfe
Betriebe

Neben den "traditionellen" institutionellen Orten der Familienbildung gibt es zunehmend Ansätze und Konzepte, Bildungsangebote an weiteren Orten und in Kooperation mit anderen Einrichtungen, insbesondere der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch aus dem Bildungs- und Gesundheitsbereich sowie der Wirtschaft, umzusetzen. Intention ist dabei, Familien in unterschiedlichen Lebenslagen und -situationen besser zu erreichen (Stichwort Niedrigschwelligkeit).

nach oben

Eltern-Kind-Zentren, Mehrgenerationenhäuser und Familienzentren

In zunehmendem Maße sind Ansätze und Konzepte zu verzeichnen, die familienunterstützende Angebote in Kooperationen mit bestehenden Einrichtungen im Sozialraum vorhalten. In einigen Bundesländern und vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) wurden Programme zur Weiterentwicklung dieser Ansätze verabschiedet. Familienbildung ist dabei ein zentraler Bestandteil der Angebotspalette.

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will Tageseinrichtungen für Kinder zu Familienzentren ausbauen. Kitas sollen Knotenpunkte in einem neuen Netzwerk werden, das Familien umfassend berät und unterstützt. Neben ihrem Auftrag als Einrichtungen zur Erziehung und Betreuung von unter dreijährigen Kindern, Kindergarten- und schulpflichtigen Kindern sollen die Familienzentren unter anderem einen klaren Bildungsauftrag bekommen, zu Vermittlungsagenturen für Tagesmütter und -väter und zu Zentren vorschulischer Sprachförderung werden. Darüber hinaus sollen Familienzentren Beratung und Hilfe für Familien bündeln.

Zum Weiterlesen:
Nah dran - Familienbildung in Familienzentren (pdf)

In Brandenburg entstehen modellhaft Eltern-Kind-Zentren, die ebenfalls an Kindertagesstätten oder andere familiennahe Einrichtungen angebunden sind. Ziel ist die bessere Erreichbarkeit von Diensten und Leistungen für Familien.

Weitere Informationen:
ÜBIK - Überregionale Beratungs-, Informations- und Kommunikationstelle

In Hamburg wurden 22 Eltern-Kind-Zentren bei bestehenden Kindertages-
einrichtungen eingerichtet. Das Konzept der Eltern-Kind-Zentren umfasst niedrig-schwellige Beratungs- und Bildungsangebote für Kinder und Eltern sowie eine aktivierende Sozialarbeit.
Aufgabe der Eltern-Kind-Zentren ist die frühe Bildung von Kindern unter drei Jahren (die bislang keine Kita besuchen) und die Stärkung der Erziehungskompetenz ihrer Eltern. Durch sozialpädagogisch qualifizierte Fachkräfte sollen die Familien zur Selbsthilfe angeregt und gegebenenfalls motiviert werden, bestehende Beratungsangebote zu nutzen. Dabei arbeiten die Eltern-Kind-Zentren eng mit den Trägern dieser Angebote zusammen. Der Zugang zu den Eltern-Kind-Zentren steht allen Familien mit kleinen Kindern offen und ist kostenlos.

Die Landesregierung von Niedersachsen fördert die Schaffung von Mehrgenerationenhäusern (pdf). Diese Einrichtungen sind offene Tagestreffpunkte für Jung und Alt, in denen vielfältige Aktivitäten und Serviceangebote möglich sind. Mehrgenerationenhäuser sind geprägt von freiwilligem Engagement und Hilfe zur Selbsthilfe. Daneben sollen sie ein Netzwerk für Informationen, auch in professioneller Form, bieten. Die Mehrgenerationenhäuser orientieren sich am örtlichen Bedarf und sollen bereits vorhandene Angebote für Jung und Alt bedarfsgerecht miteinander verbinden und ergänzen.

Das niedersächsische Modell war Pate für das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser des BMFSFJ auf Bundesebene. Mehrgenerationenhäuser helfen, Kinder zu fördern, Familien zu beraten, bürgerschaftliches Engagement zu aktivieren, alten Menschen eine Aufgabe zu geben und familiennahe und generationenübergreifende Dienstleistungen zu entwickeln und zu vermitteln.

Zum Weiterlesen:
Mehrgenerationenhäuser - intergenerative Aktivitäten in unterschiedlichen Institutionstypen (pdf), DJI
Zentren, die Angebote für Familien bündeln (pdf), eaf
Literatur > Familienzentren, Eltern-Kind-Zentren, MGH

nach oben

Familienferienstätten

Der § 16 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) benennt Familienbildung und Beratung sowie Familienerholung und -freizeit als Teil der Förderung der Erziehung in der Familie. Familienferienstätten bieten neben Urlaub und vielfältigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Kinder und Eltern auch Bildungsangebote für Familien. Einige Bundesländer fördern ausdrücklich die Verbindung von Angeboten der Familienerholung mit Familienbildung. Das Sächsische Staatsministerium für Soziales (SMS) unterstützt beispielsweise mit seiner im Januar 2007 in Kraft getretenen Richtlinie zur Familienförderung überregionale Angebote der Familienbildung in Ferienstätten im Freistaat Sachsen.
Familienbildung und Erholung, Sachsen
Familienerholung plus Familienbildung, Sachsen-Anhalt
Die Techniker-Krankenkasse bietet Gesundheitswochenenden in Kooperation mit Familienferienstätten (pdf), z.B. in Mecklenburg-Vorpommern mit der AWO-Sano gGmbH

Informationen über gemeinnützige Ferienstätten:
Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung

nach oben

Mobile Familienbildung

Mobile Familienbildung organisiert Familienbildung "vor Ort". Maßnahmen und Angebote sind dort verankert und werden von regionalen Partner/innen angefragt bzw. veranstaltet. Diese Form hat sich insbesondere in ländlichen Regionen bewährt, weil sie den Eltern weite Wege erspart. Damit verbunden ist oft auch eine bessere Akzeptanz der Angebote.
Die "Mobile Elternschule" des AWO-Bundesverbandes e.V. hat lange Zeit mobile Aufbauarbeit in ländlichen Regionen geleistet. Das Projekt ist mittlerweile beendet. Das Konzept und die Arbeitsweise werden hier als Empfehlung zur Nutzung und Weiterentwicklung vorgestellt:
Mobile Elternschule

Weitere Beispiele:
Elternforum - Mobile Familienbildung
Mobile Angebote des faz halle - CVJM Familienzentrum
Elternschule Friedrichshafen

nach oben