FORMEN UND METHODEN DER FAMILIENBILDUNG


Tabelle: Überblick Formen und Methoden

Einzel-Veranstaltung Kurse/Seminare Treffs und offene Angebote Medien
  • Referat/ Vortrag
  • Moderation
  • Diskussion
  • Medien
  • Moderation
  • Kurzreferate
  • Kleingruppen-arbeit
  • Rollenspiel
  • Selbsterfahrung
  • praktische Übungen
  • Kursprogramme
  • Spiel
  • Bewegung/ Entspannung
  • praktische Tätigkeiten
  • Beratung
  • Gespräch
  • Kennen lernen
  • Kontakte knüpfen
  • Gespräche
  • Spiel
  • Bewegung/ Entspannung
  • praktische Tätigkeiten
  • Beratung
Literatur
  • Ratgeber für Eltern
  • Fachbücher
  • Zeitschriften
  • Elternbriefe
Filme
Neue Medien

  • Internet
  • CD-ROM

Weitere Informationen zu Methoden der Familienbildung finden Sie unter Konzepte und Materialien.
Wenn Sie Angebote der Familienbildung in Ihrer Einrichtung planen möchten, sehen Sie auch bei Hinweise zur Referent/-innensuche nach.

 

Einzelveranstaltungen und Kurse

Martin R. Textor schreibt in "Familienbildung als Aufgabe der Jugendhilfe" zu Methoden:

Bei der Ehe- und Familienbildung werden weitgehend dieselben Methoden wie in der Erwachsenenbildung eingesetzt. Zumeist werden Vorträge mit Plenumsdiskussion, Kurse/Seminare und Gesprächskreise angeboten. Sie dienen in der Regel nicht nur der Wissensvermittlung, sondern auch der Selbsterfahrung, der Analyse relevanter individueller, familialer oder gesellschaftlicher Probleme, der Suche nach Lösungsmöglichkeiten, der konkreten Hilfe, der Entwicklung von in Ehe und Familie benötigten Kompetenzen sowie der Förderung von Solidarität zwischen den Teilnehmer/-innen. Viele Veranstaltungen enthalten spielerische Elemente, Kleingruppenarbeit, Rollenspiele, Freizeitelemente, Entspannungs-, Kommunikations- und Körperübungen. Bei Kursen auf Gebieten wie Haushaltsführung, textiles, kreatives oder musisches Gestalten, Gymnastik usw. stehen natürlich die entsprechenden praktischen Tätigkeiten im Mittelpunkt des Kursgeschehens.
Zumeist wird ein erfahrungs- und situationsbezogener Ansatz praktiziert: "Das heißt, dass die Arbeit in ihrer Thematik möglichst nahe an den Alltagserfahrungen der aus den unterschiedlichsten sozialen Lebensbereichen kommenden Teilnehmer/-innen anknüpft" (Fischer-Köhler, 1997, S. 14). Die Veranstaltungen sind an deren Situation, Erwartungen und Bedürfnissen ausgerichtet; der persönliche Bezug bewirkt ein größeres Interesse, mehr Engagement und Handlungsbereitschaft. Die Vorgehensweise ist prozessorientiert, beachtet also die Gruppendynamik, die Fragen, Wünsche und individuellen bzw. familialen Probleme der Teilnehmer/-innen. Das bedeutet auch, dass heute Vorträge nur noch im Ausnahmefall als angemessene Form der Familienbildung angesehen werden: Im Mittelpunkt stehen die persönliche Ansprache, der Gesprächsaustausch, die Begegnung von Person zu Person bzw. der Dialog, in dem die Teilnehmer/-innen ihre Erkenntnisse, Werte, Einstellungen, Beobachtungen, persönlichen Erfahrungen und Schwierigkeiten einbringen können. Die Beiträge aller Anwesenden ergänzen einander, verdeutlichen neue Aspekte und Handlungsalternativen – das Gesprächsergebnis ist somit ein gemeinsames Produkt. Familienbildung ist dementsprechend ergebnisorientiert; das "persönliche Verwertungsinteresse" an konkreten Lösungen, Strategien und Fertigkeiten wird mitbedacht.

(Textor, Martin R., online)

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass neben den Einzelveranstaltungen die Gruppenangebote in Form von Kursen, Seminaren, Gesprächskreisen oder Elternabenden den Schwerpunkt in der Familienbildung darstellen. Methodisch dominieren Formen der aktiven Bildungserfahrung.

Eine Besonderheit und eine Qualität der Familienbildung sind Bildungsangebote, in denen Kinder, Eltern oder auch Großeltern sowohl generationsübergreifend als auch individuell als einzelne Familienmitglieder, als Frau oder Mann, als Mädchen oder Junge angesprochen werden. Diese Aufgabe erfordert eine hohe methodische und kommunikative Kompetenz sowohl der professionellen als auch der ehrenamtlichen Familienbildner/innen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Interessen aller Beteiligten gerecht zu werden.
Die intensivste Form einer Arbeit mit Eltern und Kindern sind Familienbildungswochenenden (pdf). An einem gemeinsamen Thema arbeiten Eltern und Kinder sowohl in getrennten Einheiten als auch miteinander. Der Ortswechsel unterstützt den Abstand zum Alltag und macht neue Erfahrungen möglich.

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Treffs und offene Angebote

Offene Angebote laden ein zum Kennen lernen, ermöglichen Kontakte und erleichtern den Zugang, insbesondere für Familien, die über die "klassischen" Angebote nur schwer zu erreichen sind. Sie reichen vom Eltern- bzw. Frauenfrühstück (pdf) über Spielangebote bis zum Kleiderbasar. Neben der Organisation der entsprechenden Materialien und der Schaffung einer einladenden Atmosphäre sind Menschen als Ansprech- und Gesprächspartner/innen wichtig, um auf Fragen, Bedürfnisse und Interessen der Besucher/innen eingehen zu können.

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Medien

Literatur Eine andere Form der Familienbildung stellen Medien dar. Das Angebot – insbesondere an Elternratgebern aber auch an pädagogischer/psychologischer Fachliteratur – ist groß. Bücher haben den Vorteil, dass sie individuell genutzt werden können und eine Vielfalt von Themen und Fragestellungen behandeln. Sie bieten Eltern die Möglichkeit, sich über unterschiedliche Ansätze und Handlungsstrategien zu informieren. Die Vielfalt und Unübersichtlichkeit des Angebotes kann aber auch zu einer (weiteren) Verunsicherung führen.
Eine besondere Form, Literatur als Angebot der Familienbildung bekannt zu machen, stellt eine Spielzeug- und Buchausstellung dar. In Brandenburg wird die Ausstellung Spielen, Lesen und gesund Aufwachsen in der Familie als niedrigschwelliges Zugangsmedium eingesetzt.

Eine Auswahl an Büchern finden Sie unter: Literatur für Eltern und Fachkräfte

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Elternbriefe Eine weitere mediale Form der Familienbildung sind Elternbriefe. Sie werden auf Bestellung regelmäßig – entsprechend dem Alter des Kindes – von der Geburt bis zum 8. bzw. 10. Lebensjahr den Eltern zugeschickt. In einigen Kommunen finanzieren die Jugendämter die ersten Briefe für alle Eltern, die ein Kind bekommen haben.
Herausgegeben werden die Elternbriefe vom Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. in Berlin. Neben den 46 Briefen von 0 bis 8 Jahren gibt es Sonderbriefe z.B. zur Einschulung, Pubertät und zur gewaltfreien Erziehung sowie Elternbriefe in türkischer Sprache.

In Bayern sind die Peter-Pelikan-Briefe stärker verbreitet, die in München herausgegeben werden. www.peter-pelikan.de

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Internet Das Internet bietet ebenfalls eine Fülle an Informationen für Eltern, Fachkräfte und andere Interessierte. Der Zugang – vorhandene Technik vorausgesetzt – ist einfach.

Das von Prof. Fthenakis und Martin R. Textor herausgegebene Das Online-Familienhandbuch mit vielen Fachtexten ist ein umfassendes Angebot der Familienbildung im Internet. Es richtet sich an Eltern, an Paare vor Geburt des ersten Kindes und an Fachkräfte, die im Rahmen ihrer (Eltern-) Arbeit elternbildend tätig werden wollen. Die im Online-Handbuch vorhandenen Texte können z.B. zur Vorbereitung oder als Kurslektüre genutzt werden. Wissenschaftler/innen, die sich mit Kindern und Familien befassen, haben die Möglichkeit, im Online-Familienhandbuch ihre Erkenntnisse zu präsentieren.


BEN - das BundesweiteElternNetz - bietet Eltern in unterschiedlichen Regionen Deutschlands einen umfassenden und aktuellen Überblick über Angebote, die Eltern wahrnehmen können. Allein die Berliner Datenbank bietet umfassend und aktuell mehr als 4000 Angebote für Eltern mit Kindern im Alter von 0-6 Jahren.
Zurzeit können Eltern in Berlin, Köln, Gütersloh und einigen Landkreisen im Land Brandenburg dieses Angebot wahrnehmen. An der Ausdehnung des Netzes auf weitere Bundesländer wird gearbeitet.

Ebenfalls vom Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. ist das Internetportal aktiv für kinder. Hier finden sich aktuelle Texte zu einem monatlich wechselnden Schwerpunktthema.

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Weitere Medien Elternzeitschriften und audiovisuelle Medien mit familienrelevanten Themen gehören ebenfalls zu den medialen Formen der Familienbildung.
Freiheit in Grenzen ist z.B. eine interaktive CD-ROM/DVD zur Stärkung elterlicher Erziehungskompetenzen.
Weitere Informationen unter Literatur > Audiovisuelle Medien.

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