Elternbegleiter/in

raute ESF-Bundesprogramm „Elternchance II – Familien früh für Bildung gewinnen: Weiterqualifizierung zur*zum "Elternbegleiter*in“

logo2011 brachte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Programm „Elternchance ist Kinderchance“ auf den Weg. Dieses Programm verfolgte das Ziel, insbesondere durch bildungsbegleitende und beratende Angebote im unmittelbaren Lebensumfeld der Familien und intensive Zusammenarbeit mit den Eltern die Bildungschancen und -perspektiven für alle Kinder zu verbessern.

Elternchance2Gemeinsam mit fünf weiteren bundeszentralen Trägern der Familienbildung hat der AWO Bundesverband als Partner des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine entsprechende Weiterqualifizierung "Elternbegleiter*in" entwickelt. Bis Ende 2015 wurden insgesamt bereits rund 7000 Fachkräfte der Familienbildung zu Elternbegleiter*innen qualifiziert. Seit dem 01.08.2015 werden die Weiterqualifizierungen im Rahmen des durch den Europäischen Sozialfonds und Bundesfamilienministeriums geförderten Programms „Elternchance II - Familien früh für Bildung gewinnen“ angeboten.Für die Teilnahme an der Weiterqualifizierung wird eine Bearbeitungsgebühr von 100 € erhoben (inklusive Verpflegung und Übernachtung), Reisekosten müssen selbst getragen werden. Einblicke in das Projekt, die Weiterqualifizierung sowie die Praxis von Elternbegleiter*innen finden Sie in unserer Broschüre Zukunft begleiten!

raute Wie ist die Qualifizierung aufgebaut?
Die Weiterqualifizierung zum*zur "Elternbegleiter*in" besteht aus drei Qualifizierungsmodulen von jeweils vier bzw. fünf Tagen:

Modul I
(vier Tage)

Bildung im Kindesalter

  • Voraussetzung von Bildungsprozessen
  • Bildung im Alltag/Bildungsbereiche in der Kindheit
  • Bildungsübergänge
  • Ungleiche Bildungschancen
  • Bildungsinstitutionen/Bildungssysteme

Modul II
(vier Tage)

Fallverstehen und Elternbegleitung

  • Theorie zu Beratung und Kommunikation
  • Rolle und Haltung der Elternbegleiter*innen
  • Wirksame Elternberatung
  • Vernetzte Elternarbeit
  • Reflexion, Präsentation und Vernetzung

Modul III
(fünf Tage)

Familie: Partnerschaftlichkeit und Wohlergehen

  • Lebenslagen und Lebenswelten von Familien sowie Wandel der partnerschaftlichen Arbeitsteilung
  • Kindliche Entwicklung und Eltern-Kind-Beziehung
  • Erziehungsalltag und handlungsorientierte Hilfen
  • Abschlusskolloquium mit Präsentation des durchgeführten Praxisprojektes

Die Vermittlung von Lehr- und Lerninhalten erfolgt in einem dialogisch angelegten Lernprozess. Dabei geht es nicht allein um die Vermittlung von Wissen, sondern vielmehr auch um eine Selbstreflexion zu Rolle und Haltung als „Elternbegleiter*in“, kollegiale Beratung und Erfahrungsaustausch. Zwischen den Modulen erfolgen Aufgaben im Selbststudium, Treffen in Kleingruppen und die Dokumentation eines Praxisprojektes.

raute Warum eine Weiterqualifizierung zum*zur Elternbegleiter*in?

Sozialpädagogen und Erzieherinnen, aber auch Hebammen und Logopäden mit Erfahrungen in der Familienbildung, bewerben sich mit dem Wunsch, durch die Weiterqualifizierung zur*zum Elternbegleiter*in ihre Zusammenarbeit mit Eltern und Familien zu verändern.
Die Teilnehmenden der Weiterqualifizierung beginnen häufig mit ähnlichen Fragen: Wie kann ich Eltern besser erreichen? Wie kann ich Eltern beraten und stärken, ohne sie zu belehren? Wie kann ich als Fachkraft in der Zusammenarbeit mit Eltern und Familien noch sicherer werden?“

Mütter und Väter in der Wahrnehmung ihrer Rolle als Bildungsbegleiter*innen ihrer Kinder zu stärken, Familien in der Entdeckung und Entwicklung ihrer Ressourcen zu unterstützen und sie zu Austausch, Eigeninitiative und gegenseitiger Hilfe anzuregen, setzt vor allem voraus, dass die Fachkräfte den Müttern und Vätern vorurteilsbewusst, sensibel und wertschätzend begegnen, sie als Expert*innen und als bestmögliche Ressource ihrer Kinder anerkennen. Elternbegleiter*innen nehmen eine dialogische Grundhaltung ein, die eine gleichwürdige Begegnung ermöglichen kann. „Dialog“ steht für Offenheit für individuelle und vielfältige Lebensformen, für den Respekt vor der Unterschiedlichkeit, vor unterschiedlichen Lebensentwürfen und vor dem Tempo individueller Entfaltung. Diese Grundhaltung beinhaltet eine klare Positionierung hin zu einer Zusammenarbeit mit Eltern und Familien, die Unterschiedlichkeit als Reichtum versteht und deren Anliegen im Abbau jedweder Ausgrenzung liegt. In Kombination mit den zu erarbeitenden Inhalten und Fähigkeiten bildet diese Haltung die Basiskompetenz der Qualifizierung.

Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter stehen Eltern im Familienalltag und bei Bildungsfragen beratend zur Seite : In dem Imagefilm Elternbegleitung vermitteln Fachkräfte, wie vielfältig die Familienbildung ist, was Elternbegleitung bewegen kann und welche Erfolgsstories es gibt. Der Film Elternbegleitung in Schwäbisch Hall hingegen zeigt die Chancen, die Elternbegleitung für geflüchtete Familien schaffen kann.

raute Wer kann an der Qualifizierung teilnehmen?
Die Qualifizierung richtet sich an haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter*innen aus der Familienbildung und familienunterstützenden Einrichtungen und Diensten mit pädagogischer Grundausbildung (oder eine durch berufliche Erfahrung erworbene gleichwertige Qualifikation). Die Teilnehmenden sollten über hinreichende Praxiserfahrung in der Zusammenarbeit mit Familien und in der eigenständigen Leitung von Begegnungs-, Bildungs- und Beratungsangeboten oder anderen Veranstaltungen für Eltern und Familien verfügen. Bereits vorhandene Zusatzqualifikationen im Bereich der Eltern- und Familienbildung sind wünschenswert, aber nicht Bedingung.

awoDie Bewerbung erfolgt über einen der beteiligten Verbände, z.B. über den AWO Bundesverband e.V.

 

raute Wie profitieren Fachkräfte, Einrichtungen und Familien von der Weiterqualifizierung?

Zentrale Befunde der programm- und prozessbegleitenden Evaluation des Bundesprogramms durch das Deutsche Jugendinstitut und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wurden auf dem 2. Bundeskongress der Elternbegleiter*innen am 4. November 2014 in Berlin veröffentlicht.

Die Befunde zeigen unter anderem, dass die Resonanz der qualifizierten Fachkräfte auf die Weiterqualifizierung sehr positiv ist. Vor allem begrüßen die Fachkräfte die hohe Praxisrelevanz der Weiterqualifizierungsinhalte: Die erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen stärken sie in der Zusammenarbeit mit Eltern und inspirieren sie, Angebote und Zugänge vielfältig und kreativ zu gestalten, sodass die Ansprache der Eltern oft leichter und besser gelingt als bisher. Von den Eltern wird die wertschätzende und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Elternbegleiter*innen gern angenommen und als sehr positiv erlebt. Mütter und Väter, die Kontakt zu Elternbegleiter*innen haben, nutzen insgesamt mehr Angebote der Familienbildung wie auch zur Förderung und Bildung ihrer Kinder als Eltern ohne diese Begleitung.

Gleichzeitig lassendie Befunde jedoch auch erkennen, dass wirksame Elternbegleitung geeignete institutionelle Rahmenbedingungen benötigt. Auch die für eine gelingende Begleitung von Familien notwendige Vernetzung der Elternbegleiter/innen mit Einrichtungen und Diensten innerhalb eines Sozialraumes erfordert zeitliche und personelle Ressourcen.

Das Trägerkonsortium aus sechs bundesweit tätigen Organisationen, die Aufgaben der Familienbildung wahrnehmen, hat bis Ende 2014 rund 2300 Fachkräfte zu Elternbegleiter*innen weiterqualifiziert und setzt sich für eine Stärkung und Verstetigung der Arbeits- und Einsatzmöglichkeiten von Elternbegleiter*innen ein.

Die zentralen Befunde der programm- und prozessbegleitenden Evaluation finden Sie hier:
http://www.awo-informationsservice.org/uploads/media/BMFSFJ_2014_Elternchance-ist-Kinderchance-Brosch_-_zentrale_Befunde.pdf

So wie in Kurzform hier:
http://www.awo-informationsservice.org/uploads/media/BMFSFJ_Zusammenfassung_Evaluation_Elternchance_2014.pdf

raute Wie können Sie sich bewerben?

Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung über den folgenden Link online ein:
http://www.konsortium-elternchance.de/anmelden.html

Informationen zu Tagungsorten und Terminen finden Sie hier:
http://www.konsortium-elternchance.de/termine-2017.html

Als Qualifizierungsträger beraten wir Sie gern bei Fragen rund um das Bewerbungsverfahren und stehen für Fragen zur Weiterqualifizierung "Elternbegleiter*in zur Verfügung. Bitte richten Sie Ihre Fragen an:

Kathrin Najasek (Koordinatorin im AWO Bundesverband)
Tel.: 030/26 309 460
Mail: kathrin.najasek@awo.org

Das Verfahren

Registrieren Sie sich bitte zunächst mit Ihrer Email-Adresse auf dem Bewerbungsserver und füllen Sie anschließend das Bewerbungsformular aus.

Im Bewerbungsformular legen Sie bitte Ihr Interesse an der Qualifizierung dar und machen Angaben zu beruflicher Eignung, Erfahrungen in der Eltern-bzw. Familienbildung und Motivation. Wählen Sie Ihren gewünschten Qualifizierungskurs und geben Sie eine zweite oder auch dritte Kurswahl an.

Füllen Sie bitte das Bewerbungsformular vollständig aus und speichern es. Sind alle notwendigen Daten eingetragen, können Sie das Bewerbungsformular absenden.

Die eingereichten Bewerbungen werden durch den ausgewählten Qualifizierungsträger fachlich geprüft. Nach erfolgter Prüfung erhalten Sie per Email eine Benachrichtigung. Den Status Ihrer Bewerbung können Sie jedoch auch jederzeit selbst auf dem Bewerbungsserver einsehen.

Bei positiver Prüfung bestätigt der Qualifizierungsträger Ihre Teilnahmeberechtigung. Drucken Sie dann bitte die Einwilligungserklärung sowie den Teilnahmevertrag über den Bewerbungsserver aus. Senden Sie bitte anschließend beide unterschriebene Dokumente postalisch an Ihren Qualifizierungsträger. Mit der Einsendung dieser beiden mit Originalunterschrift versehenen Dokumente erklären Sie Ihre verbindliche Teilnahme an der Qualifizierungsmaßnahme.

Der Qualifizierungsträger erhebt eine Bearbeitungsgebühr von 100 EURO. Zudem fallen für die Teilnehmenden die Fahrtkosten zum und vom Kursort an. Die übrigen direkt anfallenden Kosten im Rahmen der Qualifizierung werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Europäischen Sozialfonds finanziert.

raute Konsortium Elternchance
Sechs bundesweit tätige Träger der Familienbildung haben sich zu einem Konsortium zusammengeschlossen, um gemeinsam Elternbegleiter*innen zu qualifizieren:

In organisationsübergreifender Zusammenarbeit hat das Trägerkonsortium ein Curriculum zur Qualifizierung von haupt- und nebenamtlichen Fachkräften der Familienbildung zum*zur Elternbegleiter*in entwickelt. In der gemeinsamen Arbeit werden die jeweiligen Stärken und unterschiedlichen Kompetenzen der Verbände gebündelt, um verbände- und konfessionsübergreifend dafür einzutreten, dass die Bildungschancen von Kindern insbesondere aus bildungsbenachteiligten Familien verbessert werden.

Die Qualifizierung „Elternbegleiter*in“ wird im Rahmen des Programms „Elternchance II – Familien früh für Bildung gewinnen“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Ziel der Europäischen Union ist es, dass alle Menschen eine berufliche Perspektive erhalten. Der Europäische Sozialfonds (ESF) verbessert die Beschäftigungschancen, unterstützt die Menschen durch Ausbildung und Qualifizierung und trägt zum Abbau von Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt bei.
Mehr zum ESF unter: www.esf.de

Elternchance EU ESF Zusammen Zukunft Gestalten

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